Ein anonymer Spender

Seit Janu­ar arbei­te ich mit Mäd­chen, Alter 7–14 Jah­re, aus einer Flücht­lings­un­ter­kunft in Ber­lin. Zwei­mal in der Woche tref­fen wir uns zum Spra­che ler­nen und gele­gent­lich zu einer beson­de­ren Unter­neh­mung.

Ges­tern ging es zu Bel­las Kin­der­back­stu­be in der Lich­ten­ra­der Stein­stra­ße. Bäcker Bar­tos Krü­ger hat­te den Mäd­chen eine Back- Ses­si­on mit Bäcker­müt­zen, Kuchen­teig, klei­nen Nudel­höl­zern, Aus­stech­förm­chen und viel Zucker­streu­sel zum Deko­rie­ren spen­diert. Die Anrei­se erwies sich jedoch als müh­sam. Die S-Bahn hat­te den Betrieb auf unse­rer Stre­cke ein­ge­stellt, so dass die Rei­se statt einer mehr als zwei Stun­den dau­er­te. Die Son­ne schien heiß, die Mäd­chen waren gereizt und müde.

Lang­sam trot­te­ten sie die ruhi­ge Stein­stra­ße ent­lang, als uns ein etwa 40-jäh­ri­ger Mann über­hol­te. Auf mei­ner Höhe dreh­te er sich zu mir hin: »Haben Sie etwas dage­gen, dass ich Ihnen dies gebe, damit sie den Kin­dern Eis kau­fen kön­nen?« Sprach‘s, schob mir einen gefal­te­ten fünf­zig Euro Schein in die Hand und ging ent­schlos­sen wei­ter!

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