LieberLesen-Tagebuch

Liebe Freund/​innen, Unterstützer/​innen und Interessierte von LieberLesen,

wir hel­fen Mäd­chen und Frau­en aus Flucht­län­dern bei der Inte­gra­ti­on. Was uns dabei pas­siert, wor­über wir lachen und wei­nen wol­len wir in unse­rem Lie­ber­Le­sen-Tage­buch in loser Fol­ge prä­sen­tie­ren. Viel Freu­de beim Lesen.

im Wachsfigurenkabinett von Madame Tusauds

Zwölf Mäd­chen und zwei Müt­ter besuch­ten das Wachs­fi­gu­ren­ka­bi­nett . Für die Kin­der war das größ­te High­light “Jus­tin Biber und Lio­nel Mes­si ” und für die Müt­ter: Oba­ma, Liza Min­nel­li und unse­re Bun­des­kanz­le­rin. Wie selbst­ver­ständ­lich lie­ßen sich auch alle mit dem Papst foto­gra­fie­ren –

Aus ver­schüch­ter­ten und mehr oder weni­ger stark trau­ma­ti­sier­ten Kin­dern sind selbst­be­wuss­te und fröh­li­che jun­ge Men­schen gewor­den. Ein Beweis: Inte­gra­ti­on ist mög­lich. Mit den vie­len und viel­fäl­ti­gen Aus­flü­gen und Besu­chen sind sie Schritt für Schritt in eine für sie ganz ande­ren kul­tu­rel­le Welt gegan­gen.

Ein bemerkenswerter Tag

Der Hin­ter­grund: Unse­re Mäd­chen aus der Rusche­stra­ße hat­ten sich schon seit lan­gem gewünscht, Schwim­men zu ler­nen und mei­ne Freun­de, Freun­din­nen und Ver­wand­ten hat­ten mir zum Geburts­tag eine Spen­de zu Guns­ten unse­res Schwimm­pro­jek­tes geschenkt. Es kam genü­gend Geld zusam­men, um den 12 Mäd­chen 10 Ein­hei­ten eines Schwimm­kur­ses in der Anton Sae­kow Schwimm­hal­le zu finan­zie­ren. Die Eltern der Mäd­chen waren auf einer extra ein­be­ru­fe­nen Eltern­ver­samm­lung gewon­nen wor­den  –  mit­hil­fe u.a. des Fotos von Suni­ta (12) im nor­ma­len Ein­tei­ler-Bade­an­zug und mit­hil­fe von Abir Alhaj Mawas, der syri­schen Kol­le­gin von Terre des Femme, die sehr pas­send aus dem Koran zitie­ren konn­te.  Alle Eltern hat­ten nach der Zusi­che­rung, dass wir eine rei­ne Mäd­chen­grup­pe mit einer weib­li­chen Schwimm­leh­re­rin sein wür­den, schrift­lich ihre Ein­wil­li­gung gege­ben.

Soweit so gut. Die Finan­zie­rung war gesi­chert, Rena­te Grand­ke hat die Bade­an­zü­ge besorgt und Uta Zacha­ri­as die Kon­tak­te zur Schwimm­hal­le und zur Schwimm­leh­re­rin her­ge­stellt. Die ers­te Schwimm­stun­de wür­de am Mitt­woch, dem 18. Janu­ar statt­fin­den.

Etwas hat­ten wir aller­dings nicht bedacht. Näm­lich dass in der gro­ßen Schwimm­hal­le mög­li­cher­wei­se auch Jun­gen zuge­gen sein wür­den. Als mir das am Tag vor dem Ereig­nis viel zu spät ein­fiel, war es nicht mehr mög­lich, die Mäd­chen dar­auf vor­zu­be­rei­ten.

Über die Schwimm­stun­de Nr. 1, bei der ich nicht anwe­send sein konn­te, lie­fen als­bald schlim­me Berich­te bei mir ein. Völ­lig ent­setzt hät­ten die Mäd­chen reagiert, als sie die Jun­gens in der Schwimm­hal­le ent­deck­ten. »Bar­ba­ra hat doch gesagt, da wären kei­ne Jungs!« Nur mit Mühe sei es ihr gelun­gen, erzähl­te mir Uta, alle Mäd­chen in das Lern­schwimm­be­cken zu bug­sie­ren, das getrennt neben dem gro­ßen Schwimm­be­cken liegt und gut ein­seh­bar ist. Schluss­end­lich hat­ten dann doch alle Mäd­chen ihren Spaß, for­der­ten jedoch ein­mü­tig Bur­ki­nis. Am nächs­ten Tag wur­de mir von der Heim­lei­tung berich­tet, dass nur noch 4 Mäd­chen am Schwimm­un­ter­richt teil­neh­men woll­ten.

Am dar­auf fol­gen­den Mon­tag, unse­rem nächs­ten Kurs-Ter­min, fuhr ich mit äußerst gemisch­ten Gefüh­len zur Rusche­stra­ße. Für mich stand nach wie vor fest: von uns finan­zier­ter Schwimm­un­ter­richt wird nur in einem nor­ma­len Bade­an­zug statt­fin­den. Aber die Mäd­chen mach­ten offen­bar nicht mit! Wahr­schein­lich wür­den heu­te nur die vier Wil­li­gen, oder gar nie­mand zu mei­nem Kurs kom­men.

Und dann pas­siert ein klei­nes Wun­der. Als ich kurz nach 15:30 Uhr die Unter­kunft in der Rusche­stra­ße betrat, rann­ten 12 Mäd­chen mit gro­ßem Hal­lo auf mich zu, umarm­ten mich stür­misch und schrien mir laut zu: »Bar­ba­ra, Bar­ba­ra! Wir haben ein Pro­blem!« Noch nie waren die Mäd­chen so pünkt­lich gewe­sen! Noch nie waren alle von Anfang an da! Heu­te waren alle da und pünkt­lich wie die Mau­rer.

In unse­rem Übungs­raum ent­spann­te sich dann eine Gesprächs­run­de wie ich sie noch nie mit Kin­dern die­ses Alters (8–12 Jah­re) erlebt habe. Die Mäd­chen brach­ten ihre Argu­men­te lei­den­schaft­lich vor, gaben zu, dass zwar nicht die deut­schen, wohl aber die ara­bi­schen Jun­gen „guck­ten“; erklär­ten, dass Schön­heit gefähr­lich sei und des­halb ver­deckt wer­den müs­se; dass sie die Arme und die Bei­ne ver­ber­gen müss­ten und dass sie in die Höl­le kämen, wenn sie sich unbe­deckt zei­gen wür­den.

Mit der Unter­stüt­zung von Abir, die trotz star­ker Unpäss­lich­keit, in die Rusche­stra­ße gekom­men war, spra­chen wir dann über Jun­gens, über deren Bli­cke, über die nack­ten Arme und Bei­ne von Mäd­chen,

über das Para­dies und die Höl­le und wodurch und war­um man zu dem einen oder zu dem ande­ren Ort gelan­gen wür­de: ob wegen irgend­wel­cher Klei­dungs­stü­cke – Kopf­tuch, Bur­ki­ni oder Niqab  – oder weil man ein guter Mensch ist und ande­ren hilft. War­um der Ver­zehr von Schwei­ne­fleisch zur Zeit Moham­meds ver­bo­ten wur­de, jedoch heu­te unge­fähr­lich ist; und ob Allah nicht auch die Schwei­ne geschaf­fen hat. Dass jeder das essen darf, was ihm schmeckt, und dass Vege­ta­ri­er gar kein Fleisch essen mögen. Ob Nicht-Mus­li­me auch gute Men­schen sein und ins Para­dies kom­men kön­nen und dass Men­schen unter­schied­li­ches glau­ben und doch gute Men­schen sein kön­nen. Und wir haben auch dar­über gespro­chen, war­um Män­ner ein Inter­es­se dar­an haben könn­ten, Frau­en klein, schwach und unsicht­bar zu machen.

Nur eine Min­der­heit der Mäd­chen, 3 oder 4, bestand von Anfang an dar­auf, dass sie kein Pro­blem hät­ten, dass sie nicht wegen der Jun­gen, son­dern um Schwim­men zu ler­nen in die Bade­an­stalt kom­men – und über­zeug­ten all­mäh­lich den Rest. Abir, die selbst Mus­li­ma ist, konn­te den Mäd­chen durch eine libe­ra­le Koran­in­ter­pre­ta­ti­on glaub­haft ver­si­chern, dass der Pro­phet mit Sicher­heit nichts dage­gen haben wür­de, wenn sie in Deutsch­land ohne Kopf­tuch gehen und in einem nor­ma­len Schwimm­an­zug schwim­men ler­nen. Und ich konn­te ihnen einen klei­nen Ein­blick in das Sys­tem und die Metho­den der archai­schen Frau­en­un­ter­drü­ckung ver­mit­teln, die lan­ge vor Moham­med erfun­den wur­de und nichts mit Reli­gi­on zu tun hat­te. Jeden­falls waren am nächs­ten Mitt­woch alle 12 Mäd­chen zur Stel­le, alle tru­gen ihren Bade­an­zug und selbst Sahar, die eif­rigs­te Ver­fech­te­rin der Ver­schleie­rung, die sogar einen Kurz­arm­bur­ki­ni mit­ge­bracht hat­te, ließ die­sen im Schrank.

Die­se Dis­kus­si­on, die aus­schließ­lich auf Deutsch aus­ge­tra­gen wur­de, und bei der die Mäd­chen so ernst­haft und so kon­zen­triert, so offen und so auf­merk­sam beim Zuhö­ren und beim Ver­ste­hen argu­men­tiert hat­ten, hat mich tief beein­druckt. Die­se Mäd­chen sind nicht nur wil­lens zu ler­nen, sie sind auch bereit, tief ein­ge­pflanz­te Vor­ur­tei­le und Beschrän­kun­gen ihrer Bewe­gungs­frei­heit nach und nach abzu­le­gen. Der Schwimm­un­ter­richt, die Freu­de an der Bewe­gung im Was­ser und das Vor­bild von erwach­se­nen Frau­en, zu denen sie Ver­trau­en haben, trägt mehr bei zum all­mäh­li­chen Abbau der früh ein­ge­pflanz­ten weib­li­chen Scham- und Schuld­ge­füh­le als alles reden.

Kinderfest im Pfarrgarten

Bei strah­len­dem Wet­ter besuch­ten unse­re Mäd­chen das Kin­der­fest in Alt-Lübars.
Gast­ge­ber und Spon­sor war die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de Lübars. Ganz selbst­ver­ständ­lich misch­ten sie sich unter die deut­schen Gäs­te und sie fei­er­ten gemein­sam die­sen schö­nen Tag.

Alle Akti­vi­tä­ten wie zum Bei­spiel Rei­ten, Tor­wand-schie­ßen, sich Schmin­ken las­sen und Büch­sen­wer­fen wur­de von den Kin­dern begeis­tert wahr­ge­nom­men. Bela­den mit vie­len klei­nen Geschen­ken tra­ten sie glück­lich und erschöpft ihren Heim­weg in die DRK Not­un­ter­kunft Ber­lin-Lich­ten­berg an. Jede akti­ve Teil­ha­be an unse­rem Leben bedeu­tet für die Kin­der ein wei­te­rer und wich­ti­ger Schritt in die Inte­gra­ti­on.

Besuch im Friedrichstadtpalast

Unse­re Mäd­chen besuch­ten am 29. Novem­ber 2017 die Kin­der­show “Die ver­rück­te Son­ne” im Fried­rich­stadt­pa­last.

Ein Jump‘n Run Aben­teu­er über Zusam­men­halt , Freund­schaft und den Mut , über sich selbst hin­aus zu wach­sen. Eine Erkennt­nis die für die Kin­der äußerst wich­tig für ihren wei­te­ren Lebens­weg ist. Über­glück­lich tra­ten sie ihren Heim­weg an , san­gen unent­wegt den Titel­song und schwärm­ten von den fas­zi­nie­ren­den Büh­nen­bil­dern.
  

Abenteuer Weltraum – Besuch des Planetariums Insulaner in Berlin

Letz­te Woche sind wir gemein­sam ins Welt­all geflo­gen: Unse­re Mäd­chen star­te­ten zusam­men mit den bei­den Welt­raum­kin­dern Luna und Felix zur Pla­ne­ten­tour. Treff­punkt war der Welt­raum­bahn­hof. Der Raum­kreu­zer war pünkt­lich und die jah­re­lan­ge dau­ern­de Rei­se konn­te begin­nen. So kamen wir an allen Son­nen­sys­te­men vor­bei. Als Ers­tes besuch­ten wir die son­nen­na­hen und hei­ßen Pla­ne­ten Mer­kur und Venus. Beson­ders beein­dru­ckend zeig­te sich die bro­deln­de Son­ne mit ihren gewal­ti­gen Mate­ri­al­aus­brü­chen. Nach jah­re­lan­gem Flug erreich­ten sie dann die son­nen­fer­nen Pla­ne­ten Jupi­ter, Saturn, Ura­nus und Nep­tun. Ganz schön eisig kalt war es hier!

Auf den Rück­flug zur Erde zeig­te sich auch der Pla­net Mars von sei­ner sehr unfreund­li­chen stür­mi­schen Sei­te. Da war es doch auf dem Mond schon viel ange­neh­mer. Nach ihrer Lan­dung auf der Erde waren sich alle Rei­sen­de einig, dass ande­re Pla­ne­ten zwar sehr span­nen­de Wel­ten sind, aber ganz anders als die lebens­freund­li­che Erde auf der es von Lebe­we­sen nur so wim­melt.

Luna und Felix ver­ab­schie­de­ten sich und wünsch­ten den Kin­dern, dass auf unse­rer wun­der­schö­nen Erde alle Men­schen bald fried­lich mit­ein­an­der leben kön­nen –  egal in wel­chem Land und mit wel­chem reli­giö­sen Glau­ben.

Gast­ge­ber und Spon­sor war das Pla­ne­ta­ri­um am Insu­la­ner in Ber­lin.

Eine zweite bedeutende Wirkung unserer gemeinsamen Ausflüge

Unter den 15 Mäd­chen gibt es Kur­din­nen, Ara­be­rin­nen, Mus­li­me, und Jesi­din­nen,  gibt ist Schii­ten und Sun­ni­ten. Es wer­den drei Spra­chen gespro­chen.

Zum Anfang unse­rer Arbeit in der Rusche­stra­ße waren die Span­nun­gen zwi­schen den Kin­dern der unter­schied­li­chen eth­ni­schen, sprach­li­chen und reli­giö­sen Grup­pen extrem stark. Zwi­schen­zeit­lich haben sich die Mäd­chen ange­freun­det und Glau­bens­rich­tung und Her­kunft sind viel weni­ger wich­tig gewor­den. Auch spre­chen sie immer häu­fi­ger Deutsch unter­ein­an­der.

Besuch im Deutschen Bundestag

Für den 31. August 2016 hat­te Rena­te Grand­ke, Vor­stands­mit­glied des För­der­ver­ein Lie­ber­Le­sen­För­dern e.V., für die Mäd­chen einen Besuch im Deut­schen Bun­des­tag arran­giert. Eine geschul­te Füh­re­rin begrüß­te die Kin­der und über­gab ihnen kind­ge­rech­tes Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al. Sie gab eine kur­ze Ein­füh­rung in die Geschich­te des Reichs­tags und erklär­te die Zusam­men­set­zung  und die Auf­ga­ben des Par­la­ments.

Kin­der konn­ten dann auf  der Zuschau­er­tri­bü­ne des Ple­nar­saals konn­ten kurz Platz neh­men und lausch­ten inter­es­siert  wei­te­ren Erklä­run­gen. Zum Abschluss wur­de die Glas­kup­pel und die schö­ne Dach­ter­ras­se besich­tigt und die Kin­der bewun­der­ten den wun­der­schö­nen Aus­blick über Ber­lin.

Bei jedem Aus­flug gibt es immer wie­der viel zu sehen: die Schau­fens­ter, die Mode­ge­schäf­te, die immer wie­der fas­zi­nie­ren­den Roll­trep­pen, die sani­tä­ren Ein­rich­tun­gen, die Klei­der der Frau­en und auch die zärt­li­chen Lie­bes­paa­re. Für uns Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten, doch für die Kin­der wich­tig für ihre Inte­gra­ti­on  und für ihren Weg in eine bes­se­re Zukunft.

Empfang in der österreichischen Botschaft

Die Lions Inter­na­tio­nal orga­ni­sier­ten für unse­re  Mäd­chen einen Emp­fang in der Öster­rei­chi­schen Bot­schaft. Am 17. August 2016 tra­ten die Kin­der die Fahrt von Lich­ten­berg nach Mit­te an. Von der Assis­ten­tin der Pres­se­ab­tei­lung wur­den sie freund­lich emp­fan­gen. Regi­na Tschann rich­te­te Grü­ße vom Bot­schaf­ter aus, der lei­der ver­hin­dert war. Sie über­gab jedem Kind einen wun­der­schö­nen Bild­band mit Fotos aus Öster­reich und erklär­ten ihnen kurz die Auf­ga­ben und die Tätig­kei­ten eines Bot­schaf­ters und  die High­lights, die ihr Land berühmt machen: Die hohen Ber­ge, das Ski­fah­ren, die vie­len schmack­haf­ten Tor­ten und die fei­nen Kaf­fee­sor­ten.

Anschlie­ßend wur­den die Kin­der durch die Emp­fangs­räu­me geführt und bestaun­ten die schö­nen Möbel, die dicken Tep­pi­che, die Bil­der von Kai­ser­kin­dern und das fei­ne Por­zel­lan. Zum Abschluss gab es dann die fei­nen  Kuchen und Tor­ten. In kür­zes­ter Zeit war das Buf­fet geleert.

Glück­lich ver­lie­ßen  die Kin­der nach zwei Stun­den die Bot­schaft. Wie­der hat­te sie viel Neu­es über das Leben in einer für sie noch immer sehr frem­den Welt erfah­ren.

Ein anonymer Spender

Seit Janu­ar arbei­te ich mit Mäd­chen, Alter 7–14 Jah­re, aus einer Flücht­lings­un­ter­kunft in Ber­lin. Zwei­mal in der Woche tref­fen wir uns zum Spra­che ler­nen und gele­gent­lich zu einer beson­de­ren Unter­neh­mung.

Ges­tern ging es zu Bel­las Kin­der­back­stu­be in der Lich­ten­ra­der Stein­stra­ße. Bäcker Bar­tos Krü­ger hat­te den Mäd­chen eine Back- Ses­si­on mit Bäcker­müt­zen, Kuchen­teig, klei­nen Nudel­höl­zern, Aus­stech­förm­chen und viel Zucker­streu­sel zum Deko­rie­ren spen­diert. Die Anrei­se erwies sich jedoch als müh­sam. Die S-Bahn hat­te den Betrieb auf unse­rer Stre­cke ein­ge­stellt, so dass die Rei­se statt einer mehr als zwei Stun­den dau­er­te. Die Son­ne schien heiß, die Mäd­chen waren gereizt und müde.

Lang­sam trot­te­ten sie die ruhi­ge Stein­stra­ße ent­lang, als uns ein etwa 40-jäh­ri­ger Mann über­hol­te. Auf mei­ner Höhe dreh­te er sich zu mir hin: »Haben Sie etwas dage­gen, dass ich Ihnen dies gebe, damit sie den Kin­dern Eis kau­fen kön­nen?« Sprach‘s, schob mir einen gefal­te­ten fünf­zig Euro Schein in die Hand und ging ent­schlos­sen wei­ter!